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Titel: Das
Märchen von den Elben und den Zwergen Autor: Boromir
Vor langer, langer Zeit gab es auf Arda zwei Rassen: die Elben und die Zwerge.
Die Elben waren große, schlanke, anmutige Geschöpfe, die in Wäldern
lebten, die Natur über alles liebten und den ganzen Tag Lieder sangen und
Gedichte ersannen.
Die Zwerge waren kleine, kompakte und polternde
Wesen, die in Höhlen lebten, Edelsteine liebten und den ganzen Tag schürften und
schmiedeten.
So unterschiedlich diese zwei Rassen auch waren, so waren
sie sich doch bewußt, daß ihre Talente einander ergänzten und sie viel
voneinander lernen konnten.
Die Elben lernten von den Zwergen die
Schmiedekunst und die Zwerge lernten von den Elben zu singen und zu dichten.
Es war eine glückliche Zeit und die Freundschaft zwischen Elben und
Zwergen wuchs stetig.
Und oft ging es sogar über Freundschaft hinaus.
Elbenfrauen verliebten sich in die etwas rauhbeinigen, aber starken und treuen
Zwergenmänner und Zwergenfrauen verliebten sich in die attraktiven und sensiblen
Elbenmänner. Umgekehrt galt das natürlich genau so und überhaupt kreuz und quer
in jeder denkbaren Kombination, denn alle hatten genügend positive
Eigenschaften, daß sich ein Mitglied des anderen Volkes in sie verlieben konnte.
So geschah es, daß ziemlich bald die ersten kleinen Elben/Zwergen
Mischlinge geboren wurden.
Als sie heranwuchsen wurde es sichtbar, daß
sie sich alle glichen. Von den Zwergen hatten sie ihr kurze und eher
kompakte Statur, den dichten Haarschopf, ihr Vorliebe für deftiges und
reichliches Essen und den Drang, in Höhlen zu leben.
Von den Elben
hatten sie die helle Haarfarbe, die leicht gespitzten Ohren, ihre Liebe zu Musik
und Gedichten und ihre Liebe zur Natur.
Obwohl diese Mischlinge von
beiden Völkern gleichermaßen geliebt und als Segen betrachtet wurden, so war
doch auch klar, daß sie so recht nirgendwo dazu paßten.
Sie hielten sich
abseits, lebten in eigenen, kleinen Gemeinden und heirateten nur untereinander.
Und so kam es, daß ihre einstmals kleine Gruppe immer größer und größer
wurde und sie begannen, sich als eine eigenständige Rasse zu sehen.
Als
die ersten Menschen nach Arda kamen, da reagierten Zwerge und Elben völlig
unterschiedlich auf sie.
Die Elben gingen mit offenen Armen auf sie zu
und begrüßten sie als Brüder, die Zwerge jedoch waren mißtrauisch und zogen sich
weiter in ihre Höhlen zurück. Es kam zu einem Riß zwischen Elben und Zwergen
und die einstige Freundschaft wandelte sich im Laufe der Zeit in blanken Haß.
Die Mischlingswesen traf diese Entwicklung besonders hart, hatten
sie doch Freunde und Verwandte in beiden Völkern. Sie wollten nicht wählen
müssen, welchem Volk sie sich zugehörig fühlten und so schotteten sie sich immer
weiter von allen anderen ab.
Lange Zeit lebten sie so und gerieten bei
den Völkern der Elben und der Zwerge beinahe in Vergessenheit. Doch irgendwann
wurde das kleine Tal, daß sie bisher bewohnt hatten, zu eng und sie mußten
aufbrechen, sich eine neue Heimat zu suchen.
Das wollten sie gerne tun,
doch es war ihnen klar, daß sie zuvor eine eigene Identität finden mußten, einen
Namen, der ihr ganzes Wesen in einem einzigen Wort beschrieb.
Der
älteste und weiseste unter ihnen dachte eine ganze Woche lang nach, bis er
endlich zu einem Ergebnis kam. Und als sie dann auszogen, da dachte jeder
von ihnen von sich selbst als Hobbit.
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